Die BundesNetzAgentur und die Amateurfunkprüfung

12. Dezember 2015 Keine Kommentare

Durch meinen jährlichen Amateurfunk-Ausbildungskurs habe ich zwangsweise mit der BundesNetzAgentur zu tun. Ich versuche für meine Kursteilnehmer*innen einen gemeinsamen Termin zu erhalten und schicke die Anmeldebögen gesammelt ein. Das macht es bei der BundesNetzAgentur zur Planung einfacher.

Nachteilig sind hier die starren Prüfungstermine. Schön wäre es, im Anschluss an den Kurs direkt eine Prüfung machen zu können. Jedoch bietet die BNetzA nur feste Termine an. Dazu kommt, dass – zumindest am Standort Berlin – nur 15 Plätze im Prüfungsraum vorhanden sind. Da passen nicht alle Kursteilnehmer*innen rein. Einige müssen von daher an einem noch späteren Termin mit noch mehr Zeit zwischen Kurs und Prüfung teilnehmen.

In einem Telefongespräch Ende November 2015 erfuhr ich, dass es bereits 40 Anmeldungen für den Standort Berlin gibt. Da sind noch nicht alle Anmeldungen der aktuell laufenden Kurse in Berlin enthalten. Somit sind bereits die ersten drei Termine bis April ausgebucht und darüber hinaus gibt es noch keine Planung. Ich bin gespannt, ob noch wie in den letzten Jahren Zusatztermine eingefügt werden. Zu wünschen wäre es.

Im Sommer fragte ich bei der nun für Amateurfunkprüfungen zuständigen Außenstelle Dortmund nach, ob Prüfungen auch außerhalb des platzmäßig begrenzten Raumes in deren Außenstellen möglich sei. Die Idee war dabei, zum Chaos Communication Congress eine Prüfung anzubieten. Die BNetzA musste sich selbst in ihrer neuen Organisation erst darüber klar werden und verneinte anschließend diese Anfrage. Aussage ist hier, dass keine Prüfungen außerhalb deren Räume mehr durchgeführt werden. Einzige Ausnahme ist die Amateurfunkmesse HAM RADIO in Friedrichshafen, da dort die BNetzA mit einem eigenen Stand und damit Mitarbeitern*innen vertreten ist. Somit finden jetzt auch keine Prüfungen mehr an Hochschulen statt, was bis dahin öfters der Fall war. Prüfungsteilnehmer*innen müssen nun teilweise weite Anfahrtsstrecken auf sich nehmen.

Als positive Entwicklung ist zu sehen, dass die BNetzA nun selbst auf deren Webseite bnetza.de/amateurfunk ein mehrmals die Woche aktualisiertes PDF mit den Prüfungsterminen und deren Auslastung anbietet.

Ein wenig irritiert war ich über die sehr frühe Zahlung der Prüfungsgebühr. Meiner Erfahrung nach war diese bisher bis zu zwei Wochen vorher zu zahlen; teilweise reichte es nach Absprache aus, erst zum Prüfungstermin einen Überweisungsschein vorzuzeigen. Bei meinem aktuell laufenden Kurs erhielten die Prüfungsteilnehmer*innen für den 4. April 2016 einen Bescheid zur Zahlung der Prüfungsgebühr bis zum 7. Dezember 2015, also knapp fünf Monate im voraus!

Hier nennt die BNetzA als Grund, eine gegenseitige Terminsicherheit herzustellen. Offensichtlich gab es in der Vergangenheit zu häufige kurzfristige Absagen oder schlichtes Nichterscheinen. Für mich ist es okay, wenn nun weit im Vorfeld eine Sicherheit des Termins hergestellt wird. Da können sich auch die Prüfungsteilnehmer*innen besser drauf vorbereiten.

Es fehlte hier nur an der Kommunikation dieser Änderung. Bei meinem Kurs habe ich einen Pfand in Höhe der Kursgebühr erhoben, den ich bei Prüfungsteilnahme wieder zurückzahle. Damit wollte ich vermeiden, dass die Kursteilnehmer*innen plötzlich kurz vor der Prüfung das nötige Kleingeld nicht mehr haben. Wenn die BNetzA nun bei diesem Vorgehen bleibt, kann ich auf den Pfand zukünftig verzichten.

Start in den portablen Digitalfunk

19. Juli 2015 Keine Kommentare

 

Da die Gerätepreise zur HAM RADIO Messe gerade recht gut gesunken waren, kaufte ich mir ein Hytera PD365. Es ist nicht das Top-Gerät für den DMR-Digitalfunk, aber ich sehe es als Einstiegsgerät. Hauptsächlich werde ich es auf Veranstaltungen einsetzen, um mit anderen Funkern in Kontakt zu bleiben. Daheim bekomme ich eher schlecht als Recht eines der DMR-Repeater in Berlin damit auf. Der Nachteil an einer Erdgeschosswohnung – zumindest für portable Geräte.

PD365Einen kurzen Überblick zum Gerät gibt es von Silvio DO1SIL. Bei einem Bekannten aus meinem OV  D23, Lars DK7LST, gibt es eine gute und verständliche Erklärung zu DMR, insbesondere mit vielen Vergleichen zur Analogtechnik. Und wie immer sei beim Thema Digitalfunk auf Max DG1TAL hingewiesen, der mir beim ersten Start gut weiter half.

 

Postkarte von der ISS

19. Juli 2015 Keine Kommentare

 

Es gibt so Tage an denen ich früh aufwache. Nach einem kurzen Blick auf die Uhr fiel mir auf, dass gleich ein ISS Transit stattfindet. Mir war außerdem bekannt, dass dieses Wochenende wieder SSTV von der ISS gesendet wird. Ich habe noch nie SSTV empfangen und beim letzten Versuch dieses von der ISS mitzubekommen stellte sich im Nachhinein heraus, dass das Antennenkabel gebrochen war und somit der Empfang nicht klappte.

 

Also, das Gerät auf 145,800MHz FM eingeschaltet, die Software auf das Martin 1 Verfahren gestellt und einfach mal abgewartet. Aber es kam nichts. Zumindest nicht, als die ISS die höchste Elevation hatte. Erst als sie bereits über der Ukraine flog, gab es ein neues Signal, was ich gerade noch so aufnehmen konnte:RS0ISS 2015-07-19

Hauptsache das Rufzeichen ist zu erkennen! Und darüber hinaus noch das Emblem des Apollo-союз-Test-Projekts. Denn das vierzigjährige Jubiläum ist der Anlass für die erneute SSTV-Aktion von der ISS.

Etwa 90 Minuten später habe ich nochmals das Funkgerät eingeschaltet. Dieses Mal war der Transit leider etwas kürzer und die Elevation geringer, aber es wurde bereits über der Schweiz gefunkt und über der Adria empfing ich ein teilweise ein rauschfreies Bild.
RS0ISS 2015-07-19 #2Vom Setup her verwendete ich mein IC-7000 mit einer Magnetfußantenne, die auf dem Geländer des Kellerabgangs im Hof steht. Das Signal habe ich über ein SignaLink USB in meinen Mac mit der Software MultiScan 3B gespeist. Das klappte echt problemfrei, denn sonst hätte ich nicht direkt im ersten Versuch ein brauchbares Ergebnis erhalten.

Das schöne am Apollo-союз-Test-Projekt ist der friedliche Austausch der damals feindlichen Großmächte UdSSR und USA. Und wenn ich mir heute den Amateurfunk anschaue, so klappt es dort auch (nicht immer, aber im großen und ganzen schon). Vermutlich weil wir bestimmte Themen wie Religion oder Politik außen vor lassen und uns primär über das Wetter, die Technik oder die Familie unterhalten, gibt es teilweise wunderbare Funkverbindungen in abgelegene Ecken dieser Welt. Wir sprechen nicht immer dieselbe Sprache, aber mit unseren Abkürzungen lässt sich zumindest ein freundliches “55” gefolgt von einem “73” zur Verabschiedung zusenden.

Und außerdem bin ich der Meinung, dass die Weltraumfahrt als gemeinsames Großprojekt für die Menschheit diese friedlich vereinen und weiter bringen wird.