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“CQ TU” Ausbildungscontest

24. Januar 2016 Keine Kommentare

Diese Woche fand etwas kurzfristig geplant an der TU Berlin ein Ausbildungscontest organisiert von der Amateurfunkgruppe um DK0TU statt. Eingeladen waren erstmal in einem Testrahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses an der TU Berlin und dem aktuell von mir organisierten Kurs beim Chaos Computer Club Berlin.

Die Contest-Ausschreibung von “CQ TU” sieht bereits sehr professionell aus wie bei einem “großen” Contest. Diese hatte zu Beginn DL7BST im Seminarraum eine halbe Stunde erklärt, sodass die Stationen wussten, was zu tun ist. Es folgte nun die Einteilung in Gruppen. Wir hatten fünf Ausbildungscalls zur Verfügung aber reichlich mehr Auszubildende. Zuerst wurden Zweier-Gruppen gebildet, um sich gegenseitig zu unterstützen, falls beispielsweise mal ein Rufzeichen nicht so genau gehört wurde. Schließlich ist das bei vielen Contesten nicht anders. Und zugegebenermaßen lernt das Gehör und Gehirn erst nach einiger Zeit am Funkgerät auch im Rauschen noch Rufzeichen und Bestätigungen rauszuhören. Da die Gruppenzahl immer noch nicht für die verfügbaren Ausbildungsrufzeichen reichte, wurden mehrere Gruppen einem Ausbilder zugeteilt. Diese Gruppen wurden durch den Suffix /A oder /B unterschieden.

Danach war eine dreiviertel Stunde Zeit, einen guten Standort auf dem Campus zu suchen. Mit meinen beiden Gruppen ging ich in den 9. Stock des Architekturgebäudes mit Blick auf den Ernst-Reuter-Platz. Meine beiden Gruppen mixte ich mit den Teilnehmern aus den beiden Kursen, aber wie sich rausstellte kannten sich die angehenden Funker bereits. Berlin ist halt doch klein.

Wir meldeten uns mit unserem Standort bei der Orga an und erprobten die Funkgeräte im Vorlauf auf dem freien Schnack-Kanal. Das wurde in einem separaten Logbuch festgehalten, da ich diese laut §12 AFuV gegenzeichnen und für ein Jahr aufbewahren muss. Zwei Gruppen zu betreuen ist übrigens kein Problem, solange ich für beide Gruppen direkt als Ansprechpartner zur Verfügung stehe. Fünf Meter Luftlinie reichen für eine akustische Trennung durchaus aus.

Zu Beginn verlief der Contest wie zu erwarten etwas schleppend. Wir Ausbilder und ein paar weitere Funkamateure mit Contesterfahrung kamen mit rein und gaben ein paar Beispiele. Aber die Lernkurve war erstaunlich schnell! Nach einer guten viertel Stunde hatten alle Stationen richtig schöne Durchgänge gebracht. Und nach einer halben Stunde war heißer Contest-Betrieb in der Luft. Es ging um einiges ordentlicher und sauberer ab als in manchen großen Contesten. Die Logbücher füllten sich immer schneller. Die Durchgänge wurden immer konkreter. Und plötzlich waren alle je drei Kanäle auf UHF und VHF belegt. Bei “nur” 17 teilnehmenden Stationen eine gute Leistung. Später stiegen sogar zwei DX-Stationen aus der Umgebung ein, die von dem Contest mitbekommen hatten, aber nicht auf dem Campus teilnahmen. Das gab natürlich noch mal weitere Multiplier.

Der Contest war auf eine Stunde festgesetzt. Auch wenn manche Station am liebsten weiter gemacht hätten, war die Zeit gut gewählt. Denn viel mehr Lernkurve und viel mehr QSOs zwischen den Gebäuden wären vermutlich nicht möglich gewesen. Außerdem war bei manchen Stationen das Logbuch bereits voll. Wir gingen davon aus, dass 23 Zeilen ausreichen würden… Die Auswertung des Contest wird in wenigen Tagen erwartet.

Als erstes Feedback kam zurück, dass es eine großartige Idee gewesen war! Durch den Contestbetrieb war ein einheitliches Schema vorgegeben, was durchgegeben werden sollte. Es war eine vertraute Runde. Und trotzdem wurde viel dazu gelernt. Manchen Teilnehmern konnte die Mikrofonangst genommen werden. Auch unter den Ausbildern waren spätestens nach der ersten viertel Stunde alle Befürchtungen ausgelöscht, dass der Contest zu schwierig sei oder keinen Spaß bringen würde.

Eine Wiederholung wird sicherlich stattfinden. Und dieses Mal mit etwas mehr Vorlauf geplant, sodass mehr DX-Stationen teilnehmen können. Und natürlich immer gerne mehr Ausbildungsstationen!